Kinderrechte sind Menschenrechte!

Bild: Das UNICEF-Symbol: Ein Baby wird von einem Erwachsenen in die Höhe gehalten, was Schutz und Wertschätzung zeigt. Als Rahmen dienen ein Globus und der Lorbeerkranz der UNO.

Am 20. November 2019 war das dreißigjährige Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention. Weißt du, welche Rechte du eigentlich hast?Kinderrechte sind Teil der Menschenrechte, die den Kindern besonderen Schutz oder auch Chancen auf ein freies Leben inklusive Familie und Bildung gewähren.
Sie entstanden aus der Genfer Erklärung vom 26. September 1924:

  • Das Kind soll in der Lage sein, sich sowohl in materieller wie in geistiger Hinsicht in natürlicher Weise zu entwickeln.
  • Das hungernde Kind soll genährt werden; das kranke Kind soll gepflegt werden; das zurückgebliebene Kind soll ermuntert werden; das verirrte Kind soll auf den guten Weg geführt werden; das verwaiste und verlassene Kind soll aufgenommen und unterstützt werden.
  • Dem Kind soll in Zeiten der Not zuerst Hilfe zuteil werden.
  • Das Kind soll in die Lage versetzt werden, seinen Lebensunterhalt   zu verdienen und soll gegen jede Ausbeutung geschützt werden.
  • Das Kind soll in dem Gedanken erzogen werden, seine besten Kräfte in den Dienst seiner Mitmenschen zu stellen.

Alle Mitglieder der Vereinten Nationen, bis auf die USA, haben die Erklärung unterschrieben, zusätzlich noch vier weitere Staaten. Damit gelten die Kinderrechte für ca. 2 Milliarden Kinder in 196 Ländern. Es gibt aber Länder auf der Welt, in den es den Kindern viel schlechter geht als bei uns. Dort ist die Förderung von Kinderrechten wichtig, welche hierzulande selbstverständlich sind. Beispielsweise ist das Recht auf Bildung bei uns garantiert, da es ja eine Schulpflicht gibt, sodass es sogar vielen von uns gar nicht mehr als Recht sehen. Anstatt sie jetzt alle aufzuzählen, habe ich speziell die Rechte zusammengestellt, die für uns in Deutschland von größter Bedeutung sind. Ich habe sie zusammen mit Beispielen in sechs Kategorien eingeordnet:

 

1. Schutz

  • sichere Orte wie bei der Familie, der Schule oder im Verein
  • Personen, an die man sich wenden kann, wenn man sich unwohl fühlt, z.B. die eigene Familie, Freunde oder Vetrauenslehrer an der Schule
  • Unterstützung durch das Jugendamt bei Problemen mit den Eltern

Wenn das Kind Probleme jeglicher Art hat, ist es wichtig, dass es Ansprechpartner gibt.

2. Gesundheit

  • freie Wahl der Ärzte / Ärztinnen
  • wertschätzender Umgang, d.h. dem Kind keine Informationen (z.B. Diagnosen) vorzuenthalten
  • Erklären der durchgeführten Untersuchungen / Behandlungen

Es kommt auf das Verständnis des Kindes über die eigene Gesundheit an, es werden ja Operationen immer noch an dessen Körper durchgeführt.

3. Bildung

  • gewaltfreier Schulbesuch
  • kindgerechte Aufbereitung der Informationen
  • Beratung bei der Berufswahl und anderen wichtigen Entscheidungen

Bildung ist hierzulande selbstverständlich, doch ein Schulbesuch ist vor allem in Entwicklungsländern nicht immer möglich, also sollte man sie auch als Privileg und nicht nur als Pflicht sehen.

4. Familie

  • Kenntnis der eigenen Herkunft und der leiblichen Eltern
  • Kontakt zu allen Familienangehörigen
  • Besuch beider Elternteile nach einer Trennung

Wenn Kinder schon bei der Geburt von ihren Eltern getrennt wurden, müssen sie später erfahren dürfen, wer sie eigentlich sind und woher sie kommen.

5. Identität

  • Meinungsfreiheit, sofern sie nicht die Würde anderer verletzt
  • Religionsfreiheit
  • Selbstbestimmung über den Körper und das Aussehen
  • Die Identität darf nicht von anderen gestohlen werden

Meinungs- und Glaubensfreiheit sind wichtige Aspekte der Persönlichkeit, die sich schon in jungem Alter frei entfalten soll.

6. Beteiligung

  • Information und Mitsprache bei Entscheidungen, die einen selbst betreffen
  • Teilnahme und Organisation von Gruppenversammlungen und Demonstrationen
  • Beschwerderecht

Das gilt auch für Entscheidungen, die von den Eltern getroffen werden. Sie entscheiden letzten Endes, müssen aber auch die Meinung des Kindes respektieren und miteinbeziehen.

In anderen Ländern gibt es aber noch ein großes Problem: International dürfen Jugendliche unter 15 Jahren nicht militärisch tätig werden, in Deutschland liegt die Grenze bei 18 Jahren. Doch trotzdem gibt es weltweit circa 250.000 Kindersoldaten, was die UN verhindern will. Vor allem in Asien und Afrika werden die Kinder dazu gezwungen, im Krieg ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Es sind auch Mädchen unter den Soldaten, die häufig noch dazu missbraucht werden. Außerdem ist die medizinische Versorgung in den Kriegsgebieten sehr schlecht. Deshalb wird seit 2012 jeder vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verurteilt, der Kinder in seiner Armee kämpfen lässt.

Vielleicht sieht man an diesen Beispielen am besten, wie wichtig die Kinderrechte sind und warum sie auf einer Ebene mit den Menschenrechten stehen.

 

Artikel: MoritzM, 8. Klasse

Beitragsbild: Pixabay

Quelle zum Thema Kindersoldaten

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