Die Titanic war ein Meisterwerk. Doch im Gegensatz zu den Behauptungen von J. Bruce Ismay, erlitten mehrere tausend Menschen eine Nacht, die niemals in Vergessenheit geraten wird…
Der Bau
Die Firma, die dieses Schiff bauen ließ, war die White Star Line, unter dem Geschäftsführer J. Bruce Ismay. Der Bau ging insgesamt vom 31.03.1909 bis zur Fertigstellung am 31.05.1911 – bis zum Stapellauf (in dem das Schiff zu Wasser gelassen wird) dauerte es ca. zwei Jahre und die Ausstattungsphase ca. ein Jahr, insgesamt also ungefähr drei Jahre. Der Bau wird eben in diese zwei Hauptphasen unterteilt:
1. Kiellegung bis Stapellauf Beginn: 31. März 1909 Stapellauf: 31. Mai 1911 Diese Phase dauerte etwas über zwei Jahre. Dabei wurde der Rumpf gebaut und das Schiff ins Wasser gelassen.
2. Ausstattungsphase: Zeitraum: Juni 1911 bis März 1912 In diesen etwa 10 Monaten wurde das Schiff innen ausgestattet, also mit Kabinen, Maschinen, Möbeln usw.
Die Titanic wurde anschließend am 10. April 1912 zu ihrer Jungfernfahrt in Dienst gestellt.
Es wurden zehntausende Tonnen Material verwendet, davon hauptsächlich Stahl.
So kam die Titanic auf ein Gesamtgewicht (mit Ausstattung) von ca. 52.310 Tonnen.
Das Leergewicht, also ohne Passagiere, Ladung und Treibstoff, betrug “nur” etwa 26.000 Tonnen.
Natürlich gibt es, wie auch bei anderen Schiffen, Besonderheiten bei der Titanic:
- Die Titanic hatte 29 Dampfkessel und 159 Feuerroste – allesamt aus schwerem Kesselstahl.
- Sie war mit 3 Schrauben (Propellern) ausgestattet: zwei äußere aus Bronze, ein mittlerer aus Manganbronze, jede mehrere Tonnen schwer.
- Tatsächlich hatte die Titanic vier Schornsteine, allerdings waren nur drei in Betrieb. Der vierte war nur zur Beeindruckung, sodass das Schiff imposanter aussah.
- Die Titanic war in 16 wasserdichte Abteile unterteilt, die durch wasserdichte Türen getrennt waren. Diese Türen sollten im Notfall automatisch schließen, um zu verhindern, dass Wasser von einem Abteil ins nächste fließt.
- Die Konstrukteure hatten berechnet, dass die Titanic bis zu vier dieser Abteile mit Wasser fluten könnte, ohne zu sinken. Wenn mehr als vier Abteile volllaufen würden, wäre das Schiff nicht mehr sicher.

Ausstattung
Die Ausstattung der Titanic variierte stark zwischen den drei Klassen (1., 2. und 3. Klasse). Das Schiff wurde oft als “schwimmender Palast” bezeichnet.
1. Klasse
- Kabinen & Suiten:
- Große Privat-Suiten mit Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad
- Edle Möbel (Mahagoni, Eiche), Teppiche, Kronleuchter
- Fließend warmes und kaltes Wasser, teilweise private Toiletten
- Öffentliche Räume:
- Großes Treppenhaus mit Glaskuppel, geschnitztem Holz und Messinggeländern
- Speisesaal für 500 Gäste mit weiß getäfelten Wänden im Louis-XVI-Stil
- À-la-carte-Restaurant, Café Parisien, Raucher- und Lesesalons
- Turnsaal, Squashcourt, Swimmingpool (klein, aber einzigartig)
- Friseursalon, Postamt, Barbier, Fotolabor
- Elektrischer Fahrstuhl – ungewöhnlich auf einem Schiff im Jahr 1912
2. Klasse
- Kabinen:
- Meist Zwei- oder Vierbettkabinen mit Waschbecken
- Gemeinschaftsbäder
- Einrichtungen:
- Eigener Speisesaal mit Pianospieler
- Lesesalon und Rauchsalon
- Zugang zu Außendecks
- Bibliothek
3. Klasse
- Kabinen:
- Schlichte Vierer- bis Sechser-Kabinen mit Etagenbetten
- Gemeinschaftswaschräume
- Einrichtungen:
- Eigener Speisesaal
- Gemeinsame Aufenthaltsräume
- Einfache Deckbereiche für Spaziergänge
- Für damalige Verhältnisse relativ hohe Standards für Auswanderer
Und hier die technische Ausstattung:
- Elektrizität:
- Über 10.000 Glühbirnen, elektrisches Licht in allen Bereichen
- Telefonanlage & Rohrpost zwischen Brücke und Maschinenraum
- Marconi-Funkstation für drahtlose Telegrafie (SOS-Signale)
- Vier Aufzüge (drei in der 1. Klasse, einer in der 2. Klasse)
- Zentrale Heizanlage (dampfbetrieben)
- Lüftungssystem für Kabinen und Maschinenräume
Wie man an den verschieden Phasen des Baus und der Ausstattung sehen kann, war der Plan für dieses Schiff, das größte, schnellste und luxuriöseste Schiff zu seiner Zeit zu bauen.
Probefahrten
Die Titanic hatte auch technische Probefahrten. Diese wurden auf See durchgeführt. Wegen des großen Zeitdruckes hatte man allerdings nur einen Tag für diese Fahrten.
Jungfernfahrt
Am 10. April 1912 startete die Titanic endlich von Southampton in England. Ziel sollte eigentlich New York City in den USA sein und dies war geplant für den 17. April 1912. Die Zwischenstopps waren in Cherbourg (Frankreich) und in Queenstown (Irland). An Bord waren ca. 2.200 Menschen – vom Millionär bis hin zum Auswanderer. Als die Titanic startete, waren ca. 100.000 Menschen dort, um entweder Freunde oder Verwandte zu verabschieden oder aus Neugier und Stolz, weil dieses Schiff als technische Meisterleistung galt.
Als das Schiff den Stapellauf verließ, jubelten die Leute – und niemand konnte ahnen, dass dieses luxuriöse Schiff nur wenige Stunden später einen tragischen Untergang erleiden würde.
Die Kollision mit dem Eisberg
Am 14. April 1912 um 23:40 Uhr, in einer kalten Nacht im Nordatlantik, rammt die Titanic einen Eisberg auf der Steuerbordseite (rechte Seite). Der Eisberg schlitzt mehrere Abteile unter der Wasserlinie auf. Obwohl die Titanic als „unsinkbar“ galt, wurden dabei fünf wasserdichte Abteile schwer beschädigt – zu viele, um das Schiff noch über Wasser zu halten. Warum konnten die Ausgucke, die im Krähennest sitzen und nach Gefahren (wie einem Eisberg) Ausschau halten, den Eisberg nicht rechtzeitig sehen? Dafür gibt es viele Gründe, die zusammen die Kollision mit dem Eisberg verursachten:
- Es war eine dunkle Nacht ohne viel Umgebungslicht und das Meer war spiegelglatt, was das Erkennen von Eisbergen erschwert.
- Da die Ausgucke ihre Ferngläser verlegten, hatten sie keine Fernrohre dabei.
- Der Eisberg wurde erst kurz vor dem Zusammenstoß entdeckt – etwa nur 37 Sekunden davor – was es dem Schiff unmöglich machte, auszuweichen oder zu stoppen.
- Die Titanic fuhr trotz Warnungen mit maximaler Geschwindigkeit von ca. 22 Knoten, was etwa 40,7 km/h entspricht, durch ein Gebiet mit vielen Eisbergen.
Der Untergang
| Uhrzeit (14./15. April 1912) | Ereignis |
|---|---|
| 23:40 Uhr | Die Titanic kollidiert mit dem Eisberg auf der Steuerbordseite. |
| 23:45 Uhr | Kapitän Smith wird informiert und befiehlt, die Geschwindigkeit zu reduzieren. |
| 23:50 Uhr | Erste Wasserstandsprüfungen beginnen. Es wird klar, dass mehrere wasserdichte Abteile beschädigt sind. |
| 00:05 Uhr | Beginn der Evakuierung, Passagiere werden an Deck gerufen und die Rettungsboote vorbereitet. |
| 00:15 Uhr | Einige Rettungsboote werden schon belegt und starten zur Wasseroberfläche. |
| 00:20 Uhr | Die Titanic sendet das erste SOS-Notsignal per Funk. |
| 00:30 Uhr | Erste Rettungsboote werden ins Wasser gelassen, jedoch noch nicht voll besetzt. |
| 01:00 Uhr | Der Bug senkt sich langsam, das Heck beginnt sich zu heben. |
| 01:30 Uhr | Rettungsboote fahren teilweise leer oder halbvoll ab, Panik an Bord nimmt zu. |
| 02:00 Uhr | Das Schiff neigt sich weiter stark, viele Menschen sind im Wasser oder auf Rettungsbooten. |
| 02:15 Uhr | Die Titanic bricht zwischen dem dritten und vierten Schornstein auseinander. |
| 02:17 Uhr | Der Bug sinkt schnell in die Tiefe. |
| 02:20 Uhr | Das Heck kippt hoch und verschwindet endgültig unter Wasser. |
Schon als die Titanic mit dem Eisberg kollidierte, sendeten die Funker Morsezeichen an umliegende Schiffe. Diese glaubten den Funkern allerdings nicht, da das Schiff ja als “unsinkbar” galt. Auch als Schiffe die Leuchtraketen sahen, hielten sie diese für ein Feuerwerk der Passagiere und so sorgten sie sich auch nicht um diese. Nur der Funker der Carpathia, ein Schiff der Cunard Line, empfing das Signal gegen 0:25 Uhr. Allerdings war dieses Schiff, selbst mit Höchstgeschwindigkeit, rund vier Stunden entfernt. Als schon fünf Räume im Bug der Titanic geflutet waren, war der Schiffscrew klar, dass das Schiff sinken wird. So begannen sie mit der Evakuierung der Passagiere. Doch viele Menschen fühlten sich auf der “unsinkbaren” Titanic wohler als in den wackligen Rettungsbooten. So wurden viele Boote nur zur Hälfte gefüllt. Außerdem gab es nur 20 Rettungsboote, gerade mal genug für die Hälfte der Passagiere, aber auch nur, wenn die Boote voll besetzt wurden. Als das Schiff dann doch sank, drängten sich die Leute, noch einen Platz in den Rettungsbooten zu bekommen. Es hieß zwar „Frauen und Kinder zuerst“, doch dies wurde nicht immer eingehalten. Denn es wurden als Erstes die Leute aus der 1. Klasse gerettet, dann aus der 2. und schließlich aus der 3. Klasse. So überlebten mehr Passagiere aus der 1. Klasse als aus der 3. Klasse. Aus Panik sprangen viele Menschen ins Wasser, in der Hoffnung, so zu überleben. Die Wassertemperatur war ca. -2°C, weshalb fast alle innerhalb weniger Minuten an Unterkühlung starben. Nur ein einziges Rettungsboot (Nr. 14) kehrte zurück, um nach Überlebenden im Wasser zu suchen. Andere hielten Abstand, aus Angst, die Überlebenden könnten das Boot stürmen und es so zum Kentern bringen. Nach ca. 1 Stunde und 40 min. Qualen für alle Menschen – für die Ertrinkenden die Kälte und für die Geretteten die Schreie der sterbenden Menschen – kam endlich die RMS Carpathia gegen 4 Uhr morgens zur Rettung an. Die Crew der Carpathia hatte schon Decken vorbereitet und als sie eintraf, began die Crew sofort mit der Aufnahme der Überlebenden aus den Booten und dem Wasser. Um 8:30 Uhr wurde schließlich das letzte Boot geborgen. Das Schiff fuhr zum eigentlichen Ziel der Titanic, nach New York, wo sie am 18. April ankam. Nur etwa 710 von 2.200 Passagieren der Titanic überlebten.

Folgen
Aus diesem Desaster wurde auch der bekannte Film “Titanic” unter der Regie von James Cameron gedreht, so wie viele Bücher geschrieben und CDs aufgenommen. Es gab natürlich auch Maßnahmen zur Sicherung, wie dass Eisberge immer überwacht werden oder Rund-um-die-Uhr-Funker, was ein weiterer Grund für die Todesfälle vieler Passagiere der Titanic war. Die Geschichte der Titanic ist weltweit bekannt.
Bilder: Pixabay/BK/Wikipedia
Artikel: PaulaS
Quellen: CD Abenteuer & Wissen Titanic





