Ein Opfer des Titanic Unglücks erzählt seine Geschichte

Hier könnt ihr meine Geschichte lesen: Ich heiße Maria Ruth, 19 Jahre alt und komme aus England. Ich reiste mit der Titanic, weil ich in Amerika ein neues Leben beginnen wollte. Ich buchte ein Ticket für die 2. Klasse und war allein unterwegs.

Diese Geschichte schildert das Ereigniss in der Nacht vom 14. auf den 15. April, aus der Perspektive einer erfundenen Person. Durch meine Recherchen vemuten wir allerdings, dass die Realität ähnlich war.

Menschenstimmen drängten sich über den Hafen. Oft hörte ich ein Schiff, das sein Kommen ankündigte – die Titanic! Menschen quetschten sich an mir vorbei, andere umarmten oder verabschiedeten Verwandte oder Freunde. Schließlich betrat ich das Schiff. Es war imposanter, als ich es mir hätte träumen können. Kronleuchter erfüllten mit ihrem warmen Licht die Räume. Der Boden war mit weichem Teppich ausgestattet, der kunstvoll verziert war. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Ich suchte die Rezeption auf und als ich sie fand, bekam ich meine Zimmernummer. Ich schlich durch die Gänge, und als ich bei meinem Zimmer ankam, schloss ich die Tür auf. Der Raum war luxuriös ausgestattet. Ich stellte meine Sachen ab und ging schlafen…

Als ich wieder aufwachte, schmerzte mein Magen vor Hunger. Ich stand auf und ging in den Speisesaal. Dort waren die Tafeln mit teurem Essen gedeckt. Als ich fertig gegessen hatte, ging ich wieder auf mein Zimmer. Mittags besuchte ich das Deck. Ich ließ mir den Wind um die Nase wehen. Lange blieb ich dort, bis langsam die Sonne unterging. Ich roch das Essen, welches die Köche in der Kantine vorbereiteten. Ich ging essen und schließlich auf mein Zimmer. Ich legte mich schlafen und schlief ruhig bis Mitternacht…

Doch in der Nacht des 14. April veränderte sich alles. Ich fühlte mich sicher und hoffnungsvoll, lag auf dem Bett meiner Kabine, die schlicht, aber eindrucksvoll gestaltet war, träumte von meiner Zukunft. Der Himmel war sternenlos, und die Stille der See lag schwer über uns. Dann gab es plötzlich ein ruckartiges Beben, das durch Mark und Bein ging. Es war, als hätte das Meer uns einen Schlag versetzt.

Die kalte Luft roch plötzlich nach Angst und Unsicherheit der anderen Passagiere, und eine unsichtbare Kälte kroch meinen Rücken hinauf. Stimmen wurden hektisch, Schritte hallten über die Gänge. Menschen stürmten aus den Kabinen, ihre Gesichter blass und ängstlich. Ich rannte an Deck. Stimmengewirr wie “Sie sinkt!” drängte sich über das ganze Deck und es hallte noch weit über das Meer. Panisch, doch immer noch mit dem Hintergedanken: “Die Titanic ist unsinkbar”, quetschte ich mich durch die Menschenmenge. Menschen schrien, fluchten und beteten… vergebens.

Die Panik war greifbar. “Rettungsboote!”, rief jemand. “Schnell, eine Rettungsweste!”, schrie eine Frau. Ich spürte das Gedränge, den Druck der Menge, das Drängen, das Verzweifeln.

Ich kämpfte mich vorwärts, die Leute drückten sich an mir vorbei. Plötzlich verlor ich den Halt und fiel von der Reling. Das kalte Wasser schlug mir ins Gesicht – schockierend, stechend, dunkel.

Um mich war nur das schwarze Nichts. Das Salz brannte in meinen Augen, meine Glieder wurden schwer, der Schock lähmte meine Bewegungen. Schreie mischten sich mit dem Geräusch der tosenden Wellen, die alles zu verschlucken drohten. Ich hörte das keuchende Atmen der Verzweifelten, das Aufplatzen von Rettungswesten, das Plätschern der herabgelassenen Rettungsboote.

Die Kälte umschloss mich wie ein eisiges Grab. Jede Sekunde war ein Kampf gegen die lähmenden Schmerzen. Ich versuchte, nach einem Stück Treibholz zu greifen, doch ich verfehlte es. Ich spürte die Kälte an meinen Händen, das Salz auf meiner Haut.

In diesen letzten Momenten dachte ich an meine Familie, an Freunde, die ich in diesem Leben nie wiedersehen werde. Ich denke daran, dass sie in Sicherheit sind – weit weg von dieser eisigen, todbringenden Nacht.

Meine Kräfte verließen mich. Ich spürte, wie mein Körper immer schwerer wurde, wie die Dunkelheit mich umhüllte, sanft, aber unerbittlich.

Dann wurde alles still.

Und schwarz.

Aus einer harmlos gedachten Kreuzfahrt wurde schnell eine Nacht, die für viele Menschen tödlich ausging.

Wir haben uns diese traurige Geschichte ausgedacht und geschrieben, um zu verdeutlichen, wie tragisch diese Nacht für mehrere tausend Menschen ausgegangen ist.

Artikel: PaulaS

Bilder: Pixabay & Wikipedia