Der Grund, aus dem sie über die wahren Geschichten schweigen

Märchenhaft

(Bild: Sind Märchen wirklich harmlose Kindergeschichten?)

Wer von Euch hat Caillou oder Phineas and Ferb gesehen? Viele unserer Zeichentrickserien und -filme beeinflussen uns sogar noch heute. Aber das heißt nicht unbedingt, dass die Produzenten immer bei den Geschichten, die ihnen als Vorlagen gedient haben, geblieben sind. Oft verbergen sich hinter niedlichen Figuren und scheinbar harmlosen, bedeutungslosen Handlungen versteckte Botschaften oder völlig zur der verniedlichten Version gegensätzliche Hintergrundgeschichten. Vor allem Disney hat so manches Kind zu Bambi, Arielle und Eiskönigin angeflunkert.

Was sich zuerst nach harmlosen Geschichten anhört, wird Dich nun schockieren. Denn viele der Original-Märchen, auf denen beispielsweise unglaubliche Disney-Filme wie Cinderella, Schneewittchen oder Arielle basieren, sind schlicht zu grausam, um eine so junge Zielgruppe damit zu konfrontieren. Das kann man jetzt natürlich nicht einfach so ohne Beweise stehen lassen. Deshalb hier einige der größten und meistgeliebtesten Verfilmungen der Welt – und dieses Mal mit der ganzen Wahrheit!

Wir können am besten gleich mit einem der größten Disney-Hits aller Zeiten beginnen, etwas, das ich persönlich auf einem Kindergeburtstag im Kino und auch in sämtlichen Rucksack-, Hausschuh-, Kuscheltier- und T-Shirt-Varianten gesehen habe. Selbstverständlich ist hier von Elsa, unserer Eiskönigin, die Rede. Heute gehört die Geschichte von zwei Schwestern zu den beliebtesten Animationsfilmen aller Zeiten.

Im Original dagegen hat die Beziehung zwischen Junge und Mädchen noch lange nicht ausgedient, während in der Verfilmung vordergründig das Geschehen zwischen Anna und Elsa eine Rolle spielt. Es geht über die Entführung eines Mannes bis hin zu seiner vollständigen Gefühlsabtötung, auf die bei der Kinderversion in Form von Elsa sogar mehrmals angespielt wird. Auch der Verlust der Freundschaft zwischen der Frau und dem Mann spielt eine Rolle. Tragischerweise kehren diese eben erst als Erwachsene in ihre Heimat zurück – aber wenigstens hat sich die Frau, genau wie im Film, überhaupt auf die Suche gemacht. Ganz davon abgesehen, dass die Eiskönigin in dieser Version nicht ganz so friedlich ist – Immerhin hat sie ein Kind entführt.

Vielleicht bist du aber eher ein Fan der Klassiker? Gewalt und Horror sind ja doch mehr moderne Themen, kein Bezug zu Schneewittchen, Arielle oder Cinderella. Wenn man die Tatsache ein paar verstümmelter Beine auf Arielles Seite, einer Fast-Kannibalin, die wahrscheinlich eher als die böse Königin bekannt ist, und Cinderellas abgehackte Fußpartien ignoriert. Unglaublicherweise nimmt Arielle die grausame Strapaze auf sich, solange zu tanzen, bis der Prinz sie zur Frau nimmt.

Leider hat das Tanzen nicht geholfen, da der Prinz sich dann für eine andere entschieden hat, aber genauso wenig Erfolg hat immerhin die böse Königin, denn statt Schneewittchens Herz isst sie das eines Wildschweins, um sicherzugehen, dass Schneewittchen nicht mehr lebt, und Cinderella ist auch gar nicht selbst von den verstümmelten Füßen betroffen (sie ist ja nicht Arielle), in diesem Fall sind es ihre Stiefschwestern, die ihre Fußflächen mithilfe eines Messers minimieren, um den Prinzen zu heiraten. Wenigstens an diesem Happy End wurde nicht herumgefuscht, denn Cinderella und ihr Prinz vermählen sich tatsächlich.

Aber nicht nur Disney hat so einige Tatsachen beschönigt; anscheinend ist dies ein öfter auftretendes Phänomen in Kinderserien, das nicht nur menschliche Charaktere betrifft.

Auch in der Serie CatDog von Nickelodeon wird auf echt tiefgreifende Themen angesprochen, wie unter anderem gesellschaftliche Ausgegrenztheit. Dies ist ziemlich makarbar für eine Geschichte, in der gleichzeitig über Gerwaltverherrlichung gelacht werden kann, was sowieso beunruhigend oft seinen Platz in Zeichentrickserien findet. Ein weiteres Beispiel von Disney wäre hier Bambi, ein putziges Rehkitz, dessen Mutter nicht die Einzige ist, die angeschossen wird. Bambi selbst verblutet nahezu durch die Kugel, trickst den Jäger aber unter unglaublichen Schmerzen aus, um nicht auch noch selbst zu sterben, indem er eine sehr lange Zeit durch den Wald flieht.

Genauso wie Bambi oder die Klassiker kennen wir natürlich alle Spongebob. Es ist allmählich leicht zu erkennen, dass die angebliche Unlogik und Verrücktheit in Serien meist gar nicht so unerklärlich ist wie man glaubt, wenn man gar nicht weiter denkt.

Eine unbewiesene Theorie über den Schwamm will uns erzählen, dass alle Hauptcharakter für die sieben Todsünden stehen könnten, unter anderem sogar in sexuellem Aspekt. Da geht religiöse Erziehung zu weit. Quellen, die solches behaupten, sind unter anderem wisstihrnoch.de oder www.filmstarts.de.

Eine der bekanntesten und ältesten Serien hat mit noch übleren Vorwürfen zu kämpfen. Was sagst Du dazu, wenn jemand die Schlümpfe als Nationalsozialisten bezeichnen würde? Zumindest verleiten die weißen Hüte, eine mögliche Anspielung auf den Ku-klux-klan, und Gargamels sowie Azraels jüdisch angehauchte Namen dazu, da es in der Zeit des Nationalsozialismus besonders um die Verfolgung der Juden ging. Eine modernere Gruppierung, die immer noch Rassismus provoziert, ist der inoffizielle Ku-klux-klan in Amerika.

Modernere Serien wie Adventure Time handeln vom Ende der Welt durch den sogenannten Mushroom War und die entsprechenden Folgen. Wie auch in den meisten Fernsehshows für die Jüngeren kommt es dort eigentlich zu extremer Gewaltverherrlichung. Immerhin sind Finns und Jakes mutige Kämpfe, auch wenn nicht immer gerechtfertigt, gut bekannt.

Anscheinend gibt es kaum noch Geschichten ohne schockierenden Hintergrund. Manchmal wird das Original verniedlicht und auf absurde Weise verharmlost, um pädagogischen Richtlinien entgegenzukommen, aber oft werden diverse, für Kinder ungeeignete Themen so zur Schau gestellt, dass wir es nicht mehr wahrnehmen. Viele Geschichten gewinnen an Brutalität, um das Interesse der Zuschauer aufrecht zu erhalten. Inzwischen sollte klar sein, dass die Filme und Serien, vor allem diejenigen, die für junge Zuschauer gedacht sind, bearbeitet und neu erfunden werden, um die Zuschauer nicht zu verschrecken. Dies ist der häufigste Grund für die Abänderungen. Viele Theorien hängen auch mit der Fantasie der Fans zusammen.

Nun stellt sich eine neue Frage. Warum diese schrecklichen Themen im Kostüm von Kulleraugen und niedlichen Zeichnungen? Was ist der Grund für düstere Theorien über ursprünglich harmlose Kindergeschichten? Ist es der Versuch, durch uneindeutige Anspielungen auch ältere Zuschauer zu begeistern? Die Sender ziehen aus einer größeren Bandbreite an Zuschauern Profit. Vielleicht soll es aber auch nur unsere Kinder auf die wahren Schrecken des Lebens vorbereiten, das eigentliche Ziel eines jeden gut erzählten Märchens.

Autorin: LauraG

Bild: Pixabay

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