THEO:  Wir stellen euch heute das Palio di Siena vor. Dies ist ein Pferderennen um die Piazza del Campo, den größten Platz in der italienischen Stadt Siena. Bei dem Rennen treten 10 Pferde und Reiter gegeneinander an – obwohl am Ende nur die Pferde gewinnen können
JONAS : Die Menschen in Siena feiern dieses Rennen schon seit über 400 Jahren, fast genau so wie im Mittelalter. Es findet jeden Sommer zweimal statt: einmal im Juli und einmal im August. Das Besondere ist die Rennbahn: Die Pferde laufen nicht im Stadion, sondern mitten in der Stadt auf dem harten Marktplatz!
THEO:Das Rennen ist für die Menschen in Siena die wichtigste Sache der Welt. Die Stadt ist nämlich in 17 verschiedene Viertel aufgeteilt, die man Contraden nennt. .Jedes Viertel hat ein eigenes Wappentier, eine eigene Flagge und eigene Farben
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Es gibt zum Beispiel das Team „Raupe“, das Team „Schnecke“, den „Adler“, den „Elefanten“ oder sogar einen „Drachen“. Die Menschen werden in ihr Viertel hineingeboren und bleiben ihrem Tier-Team ein Leben lang treu. Weil der Marktplatz aber viel zu klein für alle 17 Pferde ist, dürfen pro Rennen immer nur 10 Teams mitmachen. Wer antreten darf, entscheidet das Losglück.
THEO:Vier Tage vor dem rennen findet das sogenannte Pferde-Lotto statt. Niemand darf sich sein Pferd selbst aussuchen oder sein eigenes Pferd mitbringen! Die Pferde werden den Teams per Zufall zugelost. So bleibt es für alle absolut fair.
JONAS: Die Reiter heißen Fantini. Sie sind echte Profis und werden von den Teams extra für dieses eine Rennen gemietet. Manchmal wechseln sie sogar heimlich das Team, wenn sie woanders mehr Geld bekommen! An den vier Tagen vor dem Rennen gibt es sechs Probeläufe, damit sich die Pferde an den Boden und die engen Kurven gewöhnen können.
THEO: Am großen Renntag verwandelt sich der steinerne Marktplatz in eine Arena. Er wird extra mit tonnenweise Sand zugeschüttet, damit die Pferde gut rennen können. Bevor es losgeht, gibt es einen riesigen, bunten Umzug. Die Menschen verkleiden sich wie Ritter und Burgfräulein und wirbeln riesige Flaggen durch die Luft
JONAS: dann wird es mucksmäuschenstill. Die Reiter reiten komplett ohne Sattel! Sie halten sich nur an der Mähne des Pferdes fest. Das Rennen selbst dauert nur knapp eineinhalb Minuten. Die Pferde müssen dreimal um den Platz rennen. Dabei geht es richtig wild zu. Wenn ein Reiter herunterfällt, rennt das Pferd einfach alleine weiter! Läuft das Pferd ganz ohne Reiter als Erstes über die Ziellinie, hat sein Team trotzdem gewonnen!

THEO: Zu gewinnen gibt es kein Geld, sondern eine bunt bemalte Flagge aus Seide. Das ist das Palio. Für das Gewinner-Viertel beginnt danach eine wochenlange Riesenparty. Die Menschen stellen lange Tische auf die Straßen der Stadt und feiern jeden Tag.

JONAS: Und das Beste daran: Das Sieger-Pferd ist der absolute Ehrengast! Es darf sogar mit an den Tischen stehen und bekommt die besten Leckerlies. Für die Kinder und Erwachsenen in Siena ist dieses Rennen das Wichtigste im ganzen Jahr. Vielen Dank fürs Zuhören! Habt ihr noch Fragen?